Beratungsangebot für Frauen, die als Mädchen sexuelle Übergriffe erlebt haben

Erstgespräche und Erstberatung

Wenige Erfahrungen haben eine so stark traumatisierende Wirkung wie der sexuelle Missbrauch. Man vergleicht diese in der therapeutischen Arbeit mit denjenigen von Menschen, die gefoltert wurden oder Opfer von Kriegssituationen geworden sind. Als Mädchen sexuell missbraucht worden zu sein bedeutet, als Erwachsene mit den Folgen und Auswirkungen des Missbrauchs leben zu müssen. Probleme wie Essstörungen, Depressionen, Angstattacken, Albträume, psychosomatische Beschwerden und Suizidgedanken werden als Folgen sexuellen Missbrauchs häufig genannt. Manchmal werden die Missbrauchshandlungen über eine längere Zeit verdrängt, d.h. der betroffene Mensch kann sich bewusst nicht daran erinnern.

Frauen, die sich an sexuelle Übergriffe aus der Kindheit erinnern, haben oft das Gefühl vor einem Abgrund zu stehen. Sich mit der extrem belastenden Kindheitssituation zu befassen erfordert viel Mut und Geduld und eine Frau bedarf in dieser Situation der Hilfe und der professionellen Unterstützung.

Uns ist es wichtig, den Frauen, die sich an uns wenden, zu vermitteln, dass wir ihnen glauben und sie in ihrer Wut und ihrem Schmerz ernst nehmen.

In einem Erstgespräch überlegen wir gemeinsam mit der Frau, welche Unterstützung und/oder Hilfe für sie angemessen ist. Wie diese Hilfe aussieht, ist individuell verschieden. Dies kann die Vermittlung an eine erfahrene Therapeutin oder die Weitergabe der Adressen von Kliniken oder anderen Institutionen sein.

Eine weitere Möglichkeit für die Betroffene ist die Teilnahme an einer angeleiteten therapeutischen Gruppe, in der sie Unterstützung erfahren kann.

Diese und andere Fragen wollen wir gemeinsam klären und Mut für die nächsten Schritte machen. Dafür können auch mehrere Gespräche notwendig sein.

Längerfristige Begleitung

Im Unterschied zur Beratung ist die längerfristige Begleitung intensiver, regelmäßig und über einen längeren Zeitraum angelegt. Das Ziel für die jeweilige Frau ist es, im selbst bestimmten Tempo die Traumatisierung durch den sexuellen Missbrauch aufzuarbeiten und eine bessere Lebensqualität zu erreichen. Die Folgen des Traumas können sich auf sehr viele Lebensbereiche auswirken, wie z.B. auf die Lebensfreude, den Selbstwert, das Körpergefühl oder die Arbeitsfähigkeit.

Oft sind auch die zwischenmenschlichen Beziehungen zum Partner, zur Partnerin, zu den Kindern oder auch am Arbeitsplatz beeinträchtigt. Um eine dauerhafte Verbesserung der Lebenssituation zu erreichen, ist eine länger angelegte intensive Begleitung notwendig.

Bedingt durch die starke Nachfrage nach Unterstützung sowie durch knappe Mittelvergabe stehen leider nur einige Plätze zur Verfügung.